
Natalie Portman zählt spätestens seit ihrem Oscar-Gewinn für Black Swan zu den renommiertesten Schauspielerinnen Hollywoods. Dabei stand sie bereits in sehr jungen Jahren vor der Kamera und wirkte schon früh in großen Hollywood-Produktionen mit.
In einem ausführlichen Gespräch mit dem Magazin Harper’s Bazaar blickte Portman nun auf die verschiedenen Phasen ihrer Filmkarriere zurück und sprach darüber, wie diese sie als Mensch und Schauspielerin geprägt haben. Dabei verlor sie natürlich auch einige Worte über ihr Mitwirken an Star Wars.
Die frühe Lolita-Phase
Besonders interessant sind ihre Erinnerungen an die frühen Jahre ihrer Karriere, die sie selbst als ihre „Lolita-Phase“ bezeichnet. Gemeint sind damit vor allem Filme wie Léon - Der Profi (1994). Darin spielt sie die zwölfjährige Mathilda, die nach dem Mord an ihrer Familie Zuflucht bei einem Auftragskiller (Jean Reno) sucht und zunehmend Gefühle für ihn entwickelt. Der Film erhielt bei seinem Erscheinen teilweise vernichtende Kritiken und blieb an den US-Kinokassen hinter den Erwartungen zurück. Erst im Laufe der Zeit entwickelte sich der Streifen zu einem Kultfilm.
Eine ähnliche Thematik findet sich auch in Beautiful Girls (1996). Darin entwickelt Portmans damals 13-jährige Filmfigur eine Schwärmerei für ihren deutlich älteren Nachbarn (Timothy Hutton). Die Schauspielerin war während der Dreharbeiten selbst erst 14 Jahre alt.
Zwischendurch gab es außerdem eine Nebenrolle in Michael Manns Heat (1995), in der sich ihre Figur in einer besonders düsteren Szene das Leben zu nehmen versucht.
Star Wars und die Lehren
1997 begannen schließlich die Dreharbeiten zu George Lucas’ Prequel-Trilogie der Star Wars-Reihe. Zunächst folgte Die dunkle Bedrohung (1999), anschließend Angriff der Klonkrieger (2002) und schließlich Die Rache der Sith (2005).
Finanziell waren die Filme äußerst erfolgreich, mussten sich allerdings teilweise vernichtende Kritiken gefallen lassen. So erinnerte sich Natalie Portman an Aussagen wie „Sie haben das Franchise ruiniert“ oder „Keiner von ihnen kann schauspielern“.
Rückblickend beschreibt Portman, dass sie offenbar großes Glück hatte, trotz dieser frühen Erfahrungen eine derartige Karriere aufbauen zu können. So fühlte sie sich von diesen Aussagen angespornt und wollte die Zuschauer mit den nächsten Filmen vom Gegenteil überzeugen.
Die Medien und der Rückzug nach Paris
Gleichzeitig hätten die Medien immer wieder versucht, sie in bestimmte Schubladen zu stecken. Zunächst war sie die Lolita-Darstellerin, nach ihrem Harvard-Abschluss galt sie als die Intellektuelle und mit Black Swan wurde ihr schließlich ein ausgeprägter Perfektionismus nachgesagt.
Dabei habe sie immer wieder versucht, mit diesen Erwartungen zu spielen und sie bewusst zu unterlaufen. Ihre Filmografie zeigt entsprechend viele unterschiedliche Facetten: von ihren frühen Rollen über das Abenteuer in einer weit, weit entfernten Galaxis bis hin zu anspruchsvollen Dramen wie Hautnah, Black Swan und Jackie. Hinzu kamen ihre Auftritte im Marvel Cinematic Universe sowie Komödien wie Freundschaft Plus.
Portman möchte offenbar vermeiden, dauerhaft auf ein bestimmtes Image reduziert zu werden. Auch das öffentliche Interesse an ihrer Person empfand sie zeitweise als belastend. Während ihrer Schwangerschaften in New York und Los Angeles wurde sie beispielsweise täglich von zahlreichen Paparazzi verfolgt. Das war einer der Gründe, weshalb sie sich vor rund zehn Jahren dazu entschied, nach Paris zu ziehen. Dort genießt sie bis heute deutlich mehr Privatsphäre.
Die Gegenwart und Zukunft
Aktuell steht für die Schauspielerin die Promotion ihres neuen Films The Gallerist an, in dem sie an der Seite von Jenna Ortega zu sehen ist. Die Kunstwelt-Satire soll am 4. Dezember in den US-Kinos starten. Ein deutscher Kinostart ist bislang nicht bekannt.
Angesichts ihres Wunsches, sich immer wieder neu auszuprobieren und nicht auf ein bestimmtes Rollenbild festgelegt zu werden, überrascht es kaum, dass Natalie Portman seit ihrem Erfolg mit Black Swan nicht ausschließlich auf anspruchsvolle Dramen und potenzielle Oscar-Kandidaten gesetzt hat. Vielmehr finden sich auch hin und wieder Projekte wie Fountain of Youth in ihrer Filmografie.
Ist damit sogar eine Rückkehr zu Star Wars denkbar? Ausgeschlossen ist es sicherlich nicht. Mit Ewan McGregor und Hayden Christensen konnten schließlich bereits zwei ihrer früheren Weggefährten für weitere Auftritte im Franchise gewonnen werden. Eine entsprechende Andeutung oder konkrete Aussage dazu machte Portman in dem aktuellen Interview allerdings nicht.
